Was versteht man unter Legal Operations?

veröffentlicht am Digitalisierung / Legal Tech, Legal Innovation

Wenn Sie in einer Rechtsabteilung arbeiten, haben Sie vermutlich bereits mit Legal Operations zu tun – auch wenn Sie den Begriff als solchen noch nie gehört haben.

Aber was genau ist Legal Operations? Um diese Frage beantworten zu können, ist es wichtig, die beiden Kernaufgaben zu unterscheiden, auf die sich die Arbeit von Rechtsabteilungen konzentriert. In die erste Kernkompetenz eines Syndikusanwalts fallen alle „klassischen“ juristischen Tätigkeiten, wie die Rechtsberatung der Geschäftsführung und der anderen Fachabteilungen, die Regelung von Rechtsstreitigkeiten und/oder die Vertragsprüfung. In den zweiten Bereich fallen die strategische Planung der zu erledigenden Aufgaben, des Ressourcen- und Technologiemanagements sowie die Ausrichtung an den Unternehmenszielen usw. – kurz: Legal Operations.

Hauptzweck der Einführung professioneller Legal Operations Strukturen ist es, die operationellen Barrieren aus dem Weg zu räumen, die Unternehmensjuristen daran hindern, ihre strategische Arbeit besser wahrzunehmen. Von der Wahl der richtigen Technologie bis hin zur Einführung standardisierter Prozesse, damit Kollegen nicht jedes Mal das Rad neu erfinden müssen – Legal Operations ist im Grunde die „rechte Hand“ des Unternehmensjuristen, die ihm wieder mehr Zeit für wirklich wichtige Aufgaben mit echtem Mehrwert für das Unternehmen gibt.

Um diese „Produktivitätsrevolution“ in ihren Unternehmen erfolgreich umzusetzen, beschäftigen viele größere Rechtsabteilungen bereits eigene Legal Operations Spezialisten. Diese Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Rechtsabteilung so strukturiert ist und so arbeitet, wie der General Counsel es vorgibt.

Laut der „ACC Chief Legal Officers“-Studie aus dem Jahr 2016 hat sich die Zahl der General Counsels und Leiter von Rechtsabteilungen, die in ihren Unternehmen eigene Legal Operations Mitarbeiter beschäftigen, zwischen 2015 und 2016 mehr als verdoppelt und einen Anteil von 48 Prozent erreicht.

Die Funktion eines sogenannten „Legal Operation Managers“ kann verschiedene Formen annehmen, je nach Größe, Reife und Budget der Rechtsabteilung. Großkonzerne beschäftigen mitunter sogar einen „Legal Operations Director“, der die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs sicherstellt. In mittelständischen Unternehmen ist hiermit eher der Leiter der Rechtsabteilung beschäftigt, der sich auf den täglichen Verwaltungsaufwand seiner Rechtsabteilung konzentriert und deren Produktivität verantwortet.

Aber ganz gleich wie diese Funktion genau ausgestaltet ist – Legal Operation Manager haben zwar meist einen juristischen Hintergrund, jedoch sind Fähigkeiten wie Projektmanagement, Datenanalyse und Kommunikation sowie Know-how im Betriebs-, Finanz- und Technologiemanagement mindestens genauso wichtig. Sie benötigen ein tiefgreifendes Verständnis des Kerngeschäfts und müssen es verstehen, die Bedürfnisse des Unternehmens auf die Arbeitsweisen der Rechtsabteilung zu übertragen. Dank dieser Fähigkeiten helfen sie der gesamten Rechtsabteilung dabei, ihre Verantwortung wahrzunehmen, um das Unternehmen zu schützen und weiterzuentwickeln.

Das US-amerikanische Netzwerk „Corporate Legal Operations Consortium“ (CLOC) hat ein Schema entwickelt, das ein besseres Verständnis der 12 Kernkompetenzen vermittelt, die jede Rechtsabteilung erlangen muss, um ihre rechtliche Funktion „diszipliniert, effizient und effektiv“ erfüllen zu können.

© 2018 Corporate Legal Operations Consortium, Inc.

Mithilfe dieses Schemas sind Rechtsabteilungen in der Lage, ihren eigenen Reifegrad mit dem anderer in der Branche zu vergleichen und genau die Kompetenzen zu verbessern, die sie ausbauen müssen, um systematisch wachsen zu können.

Einen hohen Reifegrad erlangt man nur, wenn man neuen Innovationen und Technologien offen gegenüber steht. Allerdings gibt es keine technologische Universallösung, die zu allen Rechtsabteilungen passt. Die Größe Ihrer Rechtsabteilung, die Anzahl der Mitarbeiter, das Budget und die Prioritäten entsprechend der Branche und der Geschäftsziele Ihres Unternehmens sowie Ihre Technologie sollten das widerspiegeln.

Damit Rechtsabteilungen die verfügbaren Softwareoptionen besser verstehen können, haben wir eine Legal Technology Roadmap entwickelt, die sowohl den Reifegrad als auch den Fokus gerade in kleinen Rechtsabteilungen berücksichtigt – ganz im Einklang mit den CLOC-Kompetenzen. Erhalten Sie hier Ihr Exemplar.